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Mein BDSM Mindset

Warum wir nicht jeden Kink verstehen

Jeder kennt es. Man sieht etwas und die eigene Vorstellungskraft hört auf. Egal, wie man sich bemüht, man versteht es nicht, kann es nicht nachvollziehen.
Es ist sozusagen außerhalb der eigenen Reichweite. Etwas, was man im Moment (noch) nicht verstehen kann.
Ein Grund dies zu verurteilen? Nein!
Ein Grund zwanghaft zu versuchen, das gleiche zu erreichen? Nein!

Es ist eine Sache, die uns immer und überall im Leben begegnet. Ein Lernprozess. Ein Weg etwas zu erfahren und etwas Neues kennenzulernen. Wir Erwachsenen haben fast verlernt den Weg des Lernen zu genießen, neue Meinungen und Ansichten genau zu studieren und eigene Vorstellungen stets zu hinterfragen und anzupassen. Kinder kümmert das nicht. In unserem Kopf ist aber immer: „Was sollen die anderen denken? Ich muss mich festlegen. Ich muss…“ Wir versuchen uns in ein Korsett von Anstand, Moral und Normalität zu pressen, von dem wir denken, dass es angemessen und ja, das einzig Richtige sei.
Dabei haben wir vergessen, dass wir auf einem Weg sind. Auf dem Weg etwas zu lernen und Wissen und Erfahrung anzuhäufen, denn nur soweit, wie es mein Horizont genau in diesem Punkt zulässt, kann ich denken.

Nehmen wir als Vergleich die Schulzeit und Mathematik. Für uns alle gab es mal ein Zahlensystem, das bei 10 aufgehörte. Dann 20, 100, auf einmal gab es negative Zahlen, Brüche, Dezimal und von Rechenarten will ich gar nicht anfangen.
Was ich sagen will. Ohne das Wissen um Dezimalzahlen, war die einzige Wahrheit, die wir sehen und uns erklären konnten, dass man mit „Rest“ dividieren muss.
25 geteilt durch 7 ist 3 Rest 4.
Das Wissen um Dezimalzahlen brachte eine neue Perspektive hinein, die unseren Horizont erweiterte und wir zum einen mehr verstanden aber auch zum anderen noch mehr das große Ganze sehen konnten. Immernoch nicht komplett aber ein Stück mehr.

Es geht nicht darum, alles zu wissen und zu verstehen. Es geht darum, jeden Input als Input auf dem Weg zum persönlichen Ziel zu sehen. Weder zu verurteilen, wer noch nicht so weit gegangen ist, noch zu verurteilen, wer den Weg schon weiter gegangen ist oder gar andere Abzweigungen genommen hat.
Jemand, der etwas anders macht, ist weder besser noch schlechter, er hat nur eine andere Wegstrecke zurückgelegt, als man selbst.

Aber eins ist sicher: Man muss sich fortbewegen, wissen, dass man immer nur soweit verstehen kann, wie der eigene Weg es bereits zulässt und bereit sein, alte Denkmuster und Meinungen zu verwerfen, wenn man neue Dinge gelernt hat. Ziele und Vorstellungen ändern sich mit gewonnenem Wissen. Das ist nicht schlimm. Im Gegenteil, wäre es schlimm, diese nicht der aktuellen Wegstrecke anzupassen.

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