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Mein BDSM Mindset

Kinkshaming auch in eigenen Reihen

Kontrovers kann ich.
Mir Hates einfangen auch.

Und heute will ich ein zum Teil totgeschwiegenes Thema angehen. „Kinkshaming“, „Abfälligkeiten“, „Lächerlich machen“, „Wettbewerb“ und „Hate“. Aber nicht von Außen. Ich rede von all diesen Sachen innerhalb der Szene.

Vor Kurzem machte ich eine Umfrage, ob denn BDSMler bereits von anderen BDSMlern in irgendeiner Art und Weise, nennen wir es mal diskriminiert, wurden. 

Knapp über 40% antworteten mit „Ja“. Es ging vor allem darum, Menschen das sub-oder Dom-Sein abzusprechen, weil diese Personen es angeblich „falsch“ oder „nicht so intensiv“ ausleben. Weil sie zu jung seien, zu wenig Erfahrung hätten oder bestimmte Praktiken grundsätzlich ablehnen. 

Was auffällt: Es wird kritisiert, was nicht der eigenen BDSM-Norm entspricht. Es gibt keine Koexistenz von verschiedenen Kinks und Intensitäten. Nein, es gibt nur diese eine Wahrheit, wohl gemerkt: die eigene Wahrheit. Im Prinzip also genau das, was immer von BDSMlern bemängelt wird. Nämlich, dass man von Vanillas ausgegrenzt und BDSM oft als „abartig“ verstanden wird, so gibt es auch in den eigenen Reihen genug Menschen, die schnell die Nase rümpfen und Dinge verurteilen, die nicht durch die selbst „abgesegnet“ sind.

So ist man „zu wenig“ sub, „zu wenig“ Dom oder sogar auch schonmal „zu viel“.
Zu übertrieben. Zu pathetisch…
Nur weil man etwas intensiver lebt. Nur weil BDSM für einen eine Lebenseinstellung ist und man mit dem Thema anders umgeht.
Dann kommen von BDSMlern Vergleiche, die ich nur von Vanillas kenne nach dem Motto:
„Man sollte es nicht gleich übertreiben.“
„Ich esse auch gerne Nudeln, aber brauche es nicht jeden Tag.“ Und so weiter.

BDSM ist eine Sexualität. Das Ausleben dieser passt in KEIN Schema.
Klar kann man Vorlieben gewissen Oberbegriffen zuordnen, jedoch ist es eine individuelle Angelegenheit, wo es kein zu viel, kein zu wenig und schon gar kein „richtig“ oder „falsch“ gibt.

Solange wir Kinkshaming in den eigenen Reihen betreiben, brauchen wir uns nicht ansatzweise darüber zu beschweren, warum Vanillas BDSMler nicht verstehen und akzeptieren.
Wie sollen wir von nicht Betroffenen verlangen BDSM-Gefühle als Sexualität und etwas „Normales“ zu verstehen, wenn doch sogar in den eigenen Reihen eine Abweichung zur (selbst gesetzten) Normalität nicht toleriert wird.

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