Kategorien
BDSM Lexikon Mein BDSM

Ein Strapon macht noch lange keine Femdom

Am Meer:
„Du bist doch Rettungsschwimmerin, sogar Schwimmlehrerin und kannst Langstrecke schwimmen… Warum magst Du im Meer nicht rausschwimmen? Schau mal, das mache sogar ich und ich kann nicht annähernd so gut schwimmen wie Du.“
„Du sagt es. Gerade weil ich das alles weiß und kann, kann ich mich richtig einschätzen und weiß um die Gefahren des Meeres und die Grenzen meines Könnens.“
„Ach komm, so schlimm ist das nicht.“
„Danke nein, ich weiß, was ich kann.“

Diesen Dialog hatte ich einmal und mich gestern in einem Gespräch mit einer Freundin daran erinnert.

Es ging um Dominanz. Menschen, die von sich behaupten Dom zu sein, Doms und
subs, die dominante und sadistische Züge haben aber durch und durch sub sind.

Was ich Euch von diesem Gespräch mitgeben will?
Es passiert immer wieder, dass Menschen (vor allem Frauen), die neu im BDSM Bereich sind, eingeredet wird, sie seien in „Wahrheit“ Femdom, denn da bekämen sie endlich die Anerkennung, die sie verdienten. Da würden Männer vor ihnen knien und da würden sie nicht -wie als sub- ausgenutzt werden.
Anmerkung: Wer solche Wörter wie „ausgenutzt werden“ hört, der sollte ganz schnell das Weite suchen, denn BDSM und Machtmissbrauch schließen sich aus. Wird ein Mensch, der submissive ist, ausgenutzt, so ist das vom BDSM genauso weit entfernt, wie einem submissiven Menschen seine Gefühle abzusprechen und ihn in eine andere Rolle zu pressen.
Seine „Rolle“ im BDSM sucht man sich übrigens nicht aus. Man ist es einfach.

Und genau unter diesen submissiven Menschen gibt eine bestimmte Gruppe von subs. Subs mit sehr dominanten, oft sadistischen Zügen, die sogar eigene subs haben, beherrschen und bespielen (wollen).
Und doch wissen diese subs ganz genau, dass sie zu 100% devot sind. Sie nehmen ihre dominante Seite an, leben diese aus, würden sich aber niemals als Switcher oder gar als (Fem)Dom bezeichnen.
Vielleicht gerade deshalb, weil sie wahre Dominanz kennengelernt haben, um deren Bedeutung wissen und dies weder geben können noch geben wollen, weil sie es so sehr selbst brauchen.
Sie können sogar dominanter sein als so manche:r, der:ie sich als (Fem)dom bezeichnet.
Aber sie wissen, was sie sind, was sie brauchen und für was sie Leben.

So geht es ihnen wie der Schwimmerin. Sie genießt das Meer, versucht aber nicht, sich mit ihm zu messen, denn sie kennt dessen Stärke, während die anderen meinen, sie könnten das Meer bezwingen. Dabei ist es nur der Laune des Meeres zu verdanken, dass sie nicht untergehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.