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Mein BDSM

Die Verwässerung des BDSM-Begriffs?

Wir wollen Aufklärung.
Wir wollen akzeptiert werden.
Wir wollen, dass wir uns immer und überall outen können, ohne um Job, Ansehen oder die Kinder fürchten zu müssen.
Wir wollen uns zeigen. 
Wir wollen, dass es normal wird.

Aber zu welchem Preis?

Fakt ist, BDSM wird von nicht so vielen Menschen tatsächlich ausgelebt. Und damit meine ich BDSM und nicht mal beim normalen Sex ein bissel die Plüschhandschellen auspacken oder bei 50SoG feucht werden. Ich meine tiefes, intensives BDSM, wo durch einen Blick, eine Berührung, ein Wort, im Kopf etwas entsteht, den ganzen Körper erzittern und ihn in eine andere Welt schweben lässt, bis nur noch Dom und sub, jenseits von körperlichem verbunden sind.

Verschaffen wir uns einen kurzen Überblick: Es gibt die „Vanillas“, die noch nie etwas von BDSM gehört haben; diejenigen, die es gehört haben, es sich aber nicht vorstellen können; diejenigen, die es als „krank“ bezeichnen; und die, die BDSM leben… Nicht ganz. Es gibt da eine Zwischengruppe. Menschen, die es „cool“, „in“ und vor allem „geil“ und „sexy“ finden, wenn sie so tun, als ob sie BDSM leben.

Einerseits tragen diese Leute dazu bei, dass BDSM bekannter und dadurch normaler wird, was auf der einen Seite natürlich zunächst einmal gut ist. Allerdings ist es bei BDSM nicht so, wie wenn man berühmt werden möchte. Im BDSM gilt nämlich nicht, jede Werbung, ob positiv oder negativ, ist gute Werbung, sondern negative Werbung ist tatsächlich negative Werbung.

Zum einen vermittelt es ein falsches Bild nach Außen, eben weil die tiefe Verbindung nicht hinreichend gezeigt werden kann, wenn es einfach nicht gefühlt, sondern nur gespielt wird.
Zum anderen hat man das Problem mit der Verwässerung des Begriffs. Nämlich, dass auf einmal alles kinky, Fetisch und letztlich BDSM sein soll.

Ich trage gerne einen Choker? Cool, ich bin voll die tolle sub.
Ich mache Mangafiguren nach? Niemand ist so sub wie ich!
Ich bin gerne beim Sex oben? Ich bin Dom! Ich mag es, Menschen für meine Zwecke zu benutzen und mich aufführen, wie ein Pascha? – Ich bin der tollste Dom.
Ich finde, ich muss zeigen, dass ich „Feminist:in“ bin und es grundsätzlich allen Männern heimzahlen, weil alle gleich sind? Ich bin die tollste Dom.
Ich will, dass sich jemand 100% um mich kümmert, aber nur wann wo und wie ich will? Ich bin halt eine Brat, die sind eh besser, als normale subs!

Jemand, der BDSM lebt, kann bei solchen Aussagen nur den Kopf schütteln. Sagt man etwas, so wie ich hier und jetzt, wird man schnell in die Ecke des Kinkshaming gestellt. Und ich setzte noch einen drauf. Wie soll ich Kinkshaming bei etwas oder gegen Personen betreiben, was diese Personen gar nicht haben bzw. leben? 
Jemandem, der kein Stofftier besitzt, kann ich es auch nicht stehlen.

Sie nutzen den Deckmantel/ Begriff des BDSM,
…um eigene egoistische Bedürfnisse zu erfüllen.s

…um einfach und schnell an Sexualpartner zu kommen.
…um sich als „besser“ darzustellen.s
…um bei einem Trend mitzumachen und um „cool“ & „sexy“ zu sein

Das hat aber nichts mit BDSM zutun.

Im BDSM steht das Wohl des jeweils anderen immer an erster Stelle.
Man wählt seinen Partner aus, denn es muss perfekt passen. Es ist eine Beziehung.
Es ist kein Wettbewerb. Jeder lebt genau das aus, was er braucht. Im BDSM ist kein Platz für Selbstdarstellung.
Es gibt keinen Trend – entweder du fühlst es oder nicht.

Aber, wie will man Gefühle erklären? Wie will man jemanden, der weder echte dominante, noch echte devote Gefühle jemals hatte erklären, wie es sich anfühlt? Jemandem, der nie geliebt hat, kann man Liebe nicht erklären; jemandem, der nie einen Orgasmus hatte, kann man das auch nicht erklären. 

BDSM ist keine Modeerscheinung. Es zu leben ist einfach ein Ausleben der eigenen Sexualität. Es ist keine Trendfrisur, die ihr euch heute mal schnell machen lasst. Es ist keine H&M Sommerkollektion, die ein paar Wochen später wieder out ist.

Ich bin tatsächlich im Zwiespalt, was ich erwarte:
Mein erster Impuls ist: „Haltet euch fern vom Begriff des BDSM!“
Aber wenn ich länger drüber nachdenke: „Vielleicht muss es so sein, denn ich kann mich an eine Zeit erinnern, als es „modern“, „cool“ und „sexy“ war, als Frau etwas mit Frauen zu haben. „All the things she said“. Ich habe nur eine leise Ahnung, wie sehr diese Szene damals verwässert wurde. Vielleicht ist es ein notweniger Zwischenschritt auf dem Weg in die Akzeptanz und Unabhängigkeit. Der Trend wird gehen mit all seinen „Anhängern“. Sie werden etwas Neues finden, aber BDSM bleibt und eventuell sogar gesellschaftlich akzeptiert.“

Love, eure Katharina-Sophie

1 Anwort auf „Die Verwässerung des BDSM-Begriffs?“

Danke Katharina-Sophie du sprichst mir aus dem Herzen. BDSM, nein, Dom und Sub oder Herr und Sklavin, kann man nicht machen. Man muss es erleben und fühlen. Nicht die eigene Person gilt es zu befriedigen, sondern der andere,hier, meine Sub, istdie Hauptperson. Ich bin nurerwählt, sie aufihrem Weg ein Stück zu begleiten. Ich bin dankbar, nicht nur ihren Körper zu sehen, sondern sie mit dem Herzen und der Seele zu fühlen. der Einklangistes. BDSM ist kein Spiel, sondern eine Lebenseinstellung. Du musst sie leben und stets erneuern.

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