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Gastbeitrag: BDSM – Gewalt und Perversion?

Ihr lest hier einen Artikel von Azuael78. Er beschreibt seine eigene Reise zum BDSM. Danke, dass du das mit meinen Lesern teilst!

„Ich hatte 2015 das erste mal Kontakt mit dem Wort BDSM. Für mich gab es nur Sadomaso und meine Gedanken sagten: „Das ist pervers!“

Zum Hintergrund: Ich komme aus einer „Gewaltfamilie“ und für mich ist Gewalt, in welcher Form auch immer, ein absolutes No-Go. Somit war für mich Sadomaso „pervers und krank“. In meiner ersten Ehe merkte ich, dass Sex nicht nur rein/raus ist – nicht nur das „Standardprogramm“, denn das hatte ich und es war für mich nicht befriedigend. Ich spürte, dass da mehr sein muss. Leider war dies in meiner Ehe nicht machbar. Nach der Trennung beschäftigte ich mich neben BDSM speziell mit Frauen, deren Anatomie und der Sexualität im Ganzen. SoG hatte da gerade ein Hoch und so las ich das Buch. Völlig überwältigt von diesem Neuen und zugleich beschämt spürte ich, dass mich diese Art der Sexualität anspricht. Also hab ich mich informiert, viel gelesen, recherchiert und mich über ein Jahr quasi mit reiner Theorie beschäftigt.

Nun was ist BDSM?
Für mich ist es weder Gewalt, noch Unterdrückung, noch eine Form von Perversion, wobei das Wort „pervers“ ein extrem dehnbarer Begriff ist, der immer dann gebraucht wird, wenn es nicht mit den üblichen Riten der Gesellschaft konform geht.

BDSM ist Hingabe, Vertrauen und Lust am Gegenüber. SSC – es passiert nichts, was dem anderen schadet, denn er setzt Grenzen. Ich bin ein typischer Top, ein dominanter Mensch. Nicht im „Vanilla-Leben“, da bin ich immer auf Augenhöhe mit meinem Gegenüber.
Ich bin nicht pervers, nicht böse, ich bin kein schlechter Mensch, und schon gar nicht „seelisch kaputt“, was übrigens ein häufigstes Vorurteil darstellt. (Danke SoG und Freud für diese Annahme.) Auch möchte ich meiner Partnerin niemals Schaden zufügen. Im Gegenteil! Ich möchte den Horizont erweitern, sie Dinge anders empfinden lassen und zeigen, dass Vertrauen und Hingabe eine Bereicherung für beide sind. Schmerzen sind subjektiv, je nach Empfinden und Erregungsgrad steigert Schmerz die Lust enorm. Trainierte subs können allein durch Schmerz kommen. Beispielsweise führt das sich nicht bewegen können, wärend der Partner alles tut, um die Erregung zu steigern, zum extremen Empfinden von sexueller Lust. Nichts sehen, hören oder reden zu können kann helfen, Empfindungen zu steigern bzw. hilft dabei, den Kopf auszuschalten und einfach nur zu fühlen. 

BDSM ist ein „alles kann und nichts muss.“ Wie bei jeder Form der Sexualität muss man reden, austesten und sich einig werden, wohin die gemeinsame Reise geht. Niemals geht ein Dom über die RED LINE des Partners.“

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