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Mindfuck – Braucht man für BDSM einen (langen) Schwanz?

Ein Wort, eine Geste, ein Griff, ein Blick, nur die Art, wie sich Deine Atmung verändert und ich knie. Fast unbewusst sinke ich zusammen und finde ich mich wieder seelig ruhend an meinem Platz – in Gedanken.

Gerade in diesen Gedanken versunken lese ich einen Post, in dem eine Dame, die sich als sub bezeichnet voller Überzeugung sagt, unter 18 cm (gemeint ist nicht die Armlänge) bräuchte ihr keiner anzukommen. Ich denke kurz über irgendwelche Eigenheiten ihrer eigenen biologischen Beschaffenheit nach, was es notwendig machen würde, dass mit 17,9 cm scheinbar nichts und mit 18 cm alles möglich sei aber sogleich gehen meine Gedanken dahin, ob ich tatsächlich Zeit investieren möchte ihr zu erklären, was „Mindfuck“ bedeutet… Und überhaupt, wie machen das weibliche Doms – ob nun bei Männern oder Frauen-, so haben diese Damen doch oft keinen Penis.

Aber zum Thema: Muss man für BDSM einen (langen) Schwanz haben?

Spoiler: Man muss gar keinen haben.

Es spielt sich nämlich so unglaublich viel im Kopf ab. Vorstellungen, Ideen, Angst, Lust, Gespanntheit, Aufgeregtheit, Warten, was kommt. Dieses Gefühl der dauerhaften Erregung im Kopf zum einen Auszulösen und zum anderen zu Halten, hat mal grundsätzlich nichts mit biologischen primären Geschlechtsorganen zutun… die sind nur nettes Beiwerk. Je nach Bearbeitung ein wirklich nettes Beiwerk.

Es ist ein Gefühl. Das Gefühl, ohne Ketten gefesselt zu sein, nicht weg zu können, aber auch nicht weg zu wollen, weil man alles erfahren will, was sich uns in perfekter Symbiose eröffnet. Es ist nie das Offensichtliche, sondern die Kleinigkeit, das Drumherum gepaart mit Intelligenz, Empathie und Phantasie.

Es ist der Moment der größten Nacktheit der sub, die Möglichkeiten des Dom alles zu erhellen oder alles zu zerstören. Eine Mischung aus größter Angst und tiefster Verbundenheit gepaart mit einer besonderen Art der Liebe.

Ungewissheit und Phantasien… bloße Gedankenspiele lassen das Höschen feucht werden. Untermalt von Worten und Gesten wird die seelische und gedankliche Lust über Stunden aufrechterhalten. Diese Lust, die es möglich macht, tief in die Session einzutauchen. Schmerz zwar zu spüren aber ganz anders wahrzunehmen. Den sexuellen Akt dann nicht als Main, sondern Teil des ganzen Großen anzusehen, wo das Ziel nicht primär der körperliche Orgasmus, sondern der Kopforgasmus ist, der idealerweise noch so lange nachwirkt, dass beim bloßen Gedanken an die Session die Nippel hart sowie das Höschen feucht werden und absolute Ruhe und Entspannung eintritt.

Nimmst du eine sub mit Worten und Gedanken, so hast Du sie fest bei dir. Sie lässt sich führen, vertraut und wird Dinge erleben, die sie ohne Brainfuck nicht annähernd für möglich hielt.

Merkt ihr was? Irgendwie habe ich gerade keine Sekunde mehr über die Schwanzgröße gesprochen… Sie wird wohl nicht wichtig sein. 😉

3 Antworten auf „Mindfuck – Braucht man für BDSM einen (langen) Schwanz?“

Jetzt habe ich schon recht viel von Dir hier gelesen aber hier kann ich nicht anders, hier muss ich Dir gratulieren und danken. Denn hier hast Du die Essenz von Erotik und Lust ausgedrückt, so wie ich sie auch empfinde: “ Es ist nie das Offensichtliche, sondern die Kleinigkeit, das Drumherum gepaart mit Intelligenz, Empathie und Phantasie.“

Danke

Ich kann mich nur den Worten anschliessen. Schade, dass du Katharina-Sophie nicht den Glückwunsch „gefällt mir“ zu lässt. Es kommt nicht auf das Ficken als solches an. Auch hier ist die Schwanzlänge nicht unbedingt der Gradmesser, sonden auf die Tecknik. Auch beim BDSM spielt besonders das Kopfficken die Rolle. Gemeinsam fühlen und erleben ist es. Entschuldige bitte die etwas vulgäre Sprache. Auch sie gehört daz.

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