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Warum ich keine Rechtsanwältin mehr sein wollte Teil 1

„Warum müssen die sich streiten?“

Ich habe Jura studiert und zwei Staatsexamen absolviert, mir ne Robe gekauft und mich in meine Kanzlei in der Fußgängerzone gehockt. 
Ich hatte viele Mandanten, mehr als genug Einkommen aber keinen Spaß. Warum?

Ich habe einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und versuche Dinge nach Rosenberg zu lösen, weshalb ich schließlich auch die Fortbildung zur Mediatorin machte. Dazu aber später.

Genau das wurde mir zum Verhängnis. Denn ich habe gemerkt, dass sich Menschen lieber streiten und zerstören (frei nach Glasl – Gemeinsam in den Abgrund), als eine Konsenslösung zu finden. So liefen beispielsweise Mietsachen nie darauf hinaus, die beste Lösung für alle zu finden, sondern begannen mit tatsächlich konkreten Fragen an mich, wie man dem Mieter/Vermieter noch mehr schaden könnten. Sorry nicht meine Welt und ich sagte irgendwann Goodbye. 

Es gab eine Vielzahl von Gründen, die mich dazu bewogen meine zwei Staatsexamen, wie es mal jemand sagte, wegzuwerfen. Nach und nach werde ich über alle berichten.

Aber eins vorweg: Weggeworfen habe ich nie etwas, sondern nur Erfahrung dazugewonnen und bereits mit 35 das gefunden, wonach andere ihr Leben lang suchen.

„Da muss es doch eine Lücke geben!“

Ist es wirklich ein Hobby von Mandanten Lücken finden zu wollen und ist es wirklich der Job des Anwalts dies zutun?

Als Anwalt war das tatsächlich meine Hauptaufgabe. Etwas, was ich kann aber nicht möchte.

Aber bevor ich Anwältin wurde, war ich in einer sehr großen Firma in der freien Wirtschaft tätig. Dort ging es vor allem darum, dass ich mit meinem Titel gewissen Ansichten und Forderungen der Firma gegenüber den „Kunden“ Nachdruck verleihen sollte. Ein Ass.Jur./ Magister macht natürlich mehr daher, als nur ein Name – (und macht einigen sogar Angst)!

Auch ging es darum, wie man möglichst „gute“ (für das Unternehmen optimierte) AGB und Verträge gestaltet. Es ging nicht darum gute/gerechte Sachen zu machen. Es ging darum, Lücken zu finden – Sachen, die unklar im Gesetzestext ausgedrückt sind, Sachen, bei denen es keine Urteile gibt etc.

Wir Juristen können das alle, weil wir genau das gelernt haben. Aber es gibt diese Juristen, die aufgrund ihrer inneren Einstellung und Überzeugung genau dies nicht machen wollen. Diese sind keine schlechten Juristen, sie haben sich nur dazu entschieden mit ihrem Wissen keinen Schaden anzurichten. 

Ob man dann noch in diesem Job (Rechtsanwalt/freue Wirtschaft) arbeiten will, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich konnte und wollte es nicht.

…wird fortgesetzt 😘

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