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Mein BDSM

Wir sind hier nicht bei „Wünsch dir was“… oder doch?

„Sie haben es nicht verstanden, dass es nicht darum geht ihre Phantasien umzusetzen…“

„Naja schon. Letztlich ist es die Umsetzung meiner Phantasie, dem Meister zu dienen…“

„…Ja, aber wie er es will…“

„…Ist aber letztlich wie ich es will…“

„…ja das ist klar, aber es ist eine Frage der Kontrolle. Die sub gibt sie ab und genießt, was passiert. Die anderen wollen die Kontrolle behalten, indem sie es nicht geschehen lassen, sondern planen wollen, wie ihre Submission aussieht.“

„…Tiefe Submission werden sie so nie spüren…“

„…weil sie es nicht sind.“ 

Das Wunschkonzert,

wirklich ein schwieriges Thema und fast unmöglich zu erklären, da es eine Sache des Gefühls ist. Ähnlich wie: „Erklär mal, wie die Farbe Grün aussieht, wie sich Liebe anfühlt etc.“ So ist es letztlich auch mit Dominanz und Submission. Dennoch möchte ich einen Versuch starten meine Gefühle ganz kurz zu erläutern.

Letztlich soll dieser Artikel aber Euch dazu anregen zu reflektieren, was Submission oder Dominanz für euch bedeutet und wie ihr es genießt. Denn, wie immer ist MEIN BDSM nicht EUER BDSM und umgekehrt.

Die Lust in der Submission ist für mich die Hingabe, das absolute Vertrauen, 
…dass er weiß, was er tut.
…dass ich es zu seinem Vergnügen tue.
…dass es mich anmacht, wenn es ihn anmacht.
…dass ich nicht weiß, was passiert.
…dass ich neugierig bin, etwas für ihn zu erleben.
…dass ich mich fallen lasse und genießen kann.
…dass ich meinen Körper auf eine besondere Art und Weise fühle.
…dass ich keinerlei Kontrolle mehr habe, was als nächstes geschehen wird.

Gehe ich in eine Session, weiß ich nie, was genau passieren wird. Ich weiß noch nicht einmal, ob es eine Session wird oder nur ein „Filmeabend“ oder „Kaffee trinken“ Es ist ein Tanz, den man nur zu Zweit tanzen kann. Führen und geführt werden. Eine entgegensetzte Lust, die zum gemeinsamen SEIN wird.

Aber eine Sache ist klar. Ich gebe die Kontrolle komplett ab, denn nur so kann ich diese tiefe Submission erleben.

Man kennt ja gemeinhin meine Meinung zu „respektlosem bratty Verhalten“ und ich möchte es hier auch nicht „aufwärmen“… Nur soviel: Zuletzt habe ich bei einer Brat gelesen, dass sie einmal in einer Session nicht bratty war, sondern alles geschehen ließ und sie ein tieferes Gefühl von Submission dadurch erleben konnte, was sie zuvor nicht spürte. Genau dieses Gefühl der absoluten Kontrollabgabe meine ich.
Oder wie es eine lieber Twitterin CrowswithHalos so treffend sagt: „getting pleasure from giving pleasure!“

Wichtig ist mir als sub nochmal zu betonen: In einer Session plane ich nichts. Das steht mir überhaupt nicht zu aber ich mache mir auch keine Gedanken, was alles passieren wird. Denn ich weiß, dass es genau nach meinen Vorstellungen laufen wird, obwohl etwas komplett Neues passieren kann. Meine Lust besteht ausschließlich darin, dem Meister zu dienen und seine Wünsche zu erfüllen. Mich 100% darauf einzulassen, was er gerade mit mir bzw. an mir „vorhat“ und genau das zu genießen, mich und meinen Körper zu spüren, ihn stolz zu machen und seine Macht zu fühlen. (Anmerkung: Natürlich kann und soll man außerhalb der Session darüber reden, was man gerne austesten möchte etc. Nur ob und wann dies geschieht, entscheidet ausschließlich er.)

Es ist also nicht ein: „Heute hätte ich gerne 5 Minuten Klemmen, dann das, dann das… sondern es ist ein völlig „unbedarftes“ herangehen, was mich komplett in meine Rolle fallen lässt. Eben ein Nichtwissen, was passiert und ein Gefühl, von dem man nur dann weiß, wie es ist, wenn man es (mindestens) einmal erleben durfte.

Wie die Toten Hosen schon sagten: „Wünsch Dir was.“

1 Antwort auf „Wir sind hier nicht bei „Wünsch dir was“… oder doch?“

Danke für den Beitrag. Er spricht mir aus der Seele. …und nochmals danke, für das und auch wie du es schreibst. Ich kann nur sagen es besteht eine Seelenverwandschaft bezüglich des BDSM Lebensgefühls.

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