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Mein BDSM

Happy sub happy Dom?

„Ach, es ist so schwer, einen passenden Mann zu finden. Ich bin total anspruchsvoll! Da hast du es als devote Frau natürlich leichter.“

Nachdem ich vor Lachen fast vom Stuhl gefallen bin, als ich das bei Twitter gelesen habe und mir, als mein Gehirn den Schock verdaut hatte, dachte: „mein Gott Kind, du hast keine Ahnung“, dachte ich an die Worte eines Freundes und musste meine Gedanken dazu niederschreiben.
„Die devote Frau hat es leicht.“
„Ihr haut ja nur drauf.“
„Eine Spielbeziehung hat eh keinen Tiefgang.“
Ist das nicht etwas, was allgemeinhin die Vorstellung vieler -nicht nur in der Vanillawelt- ist?

Der Master, die Mistress: diejenigen, die die Kontrolle haben, damit die sub sich fallenlassen kann. Diejenigen, die schützen, Wünsche erfüllen, erziehen, hart sind, wo die subs weich sind. Diejenigen, die immer den Überblick behalten, wenn die subs sich verlieren und immer da sind.

Aber
Die subs geben erst durch ihre Unterwürfigkeit dem Master / der Mistress die Kraft dies alles zutun.
Dominante und unterwürfige Menschen sind zunächst einmal Menschen. Ich erlebe alle als extrem emphatische, hilfsbereite, aufopfernde, offene und verständnisvolle Menschen. Sonst wären sie wohl nicht in diesem Thema. (Fakes ausgeschlossen natürlich, aber das nur nebenbei). Bei beiden Seiten steht das Wohl, die Sehnsucht und die Wünsche den jeweils anderen an oberster Stelle. Und das betrifft nicht nur die BDSM Welt. Es betrifft den ganzen Menschen und sein „normales“ Leben.
Der Dom kann ohne sub genauso wenig, wie umgekehrt. Es ist eine perfekte Symbiose von „Geben“ und „Nehmen“ und alles andere als einseitig.

Aber es ist absolut nicht so, das jeder dominate Mensch auf jeden unterwürfigen „anspringt“ und auch kniet eine sub nicht vor jedem dominanten Menschen. Ganz im Gegenteil.

Genauso, wie in normalen Beziehungen muss es menschlich passen. Man muss sich nicht nur gegenseitig als sub/Dom wollen, sondern muss auch den „normalen“ Menschen wollen, um seine Erfüllung zu finden.
Was würde eine Spielbeziehung ohne Tiefgang bringen? Wie soll eine sub ihren subspace finden und umgekehrt ein Dom seinen Domspace, ohne das Gefühle im Spiel sind?

Anmerkung: Ich denke, dass dies in reinen SM-Beziehungen gehen könnte, bin aber nicht so sehr in diesem (reinen SM)-Thema, als dass ich dort mitreden könnte. Aber bitte kommentiert gerne diesen Beitrag mit euren Erfahrungen und Meinungen.

Immerhin sprechen wir im BDSM von „Geist, Körper und Seele“ und nicht von „draufhauen wie blöde und alle sind happy.“
Für mich ist klar, ohne Gefühle (Tiefgang) kein tiefes BDSM. Eine reine Spielbeziehung ohne eine innere Seelenverbundenheit gibt es in meiner BDSM-Welt nicht.
Vor allem, da der Körper nur Mittel zum Zweck ist und nahezu alles im Kopf passiert. Wie soll man sonst den körperlichen Schmerz umwandeln können oder wie soll der Dom sonst genau lesen können, was die sub braucht, ohne dass man den anderen fühlt und sieht?

Aber zurück zum eigentlichen Thema:
Dom und sub – das ist ein „Geben“ und „Nehmen“. Eine sub ist kein schwacher Mensch. Im Gegenteil kann eine sub durchaus eine sehr dominante Persönlichkeit sein und gibt ihrem Meister sehr viel. Unabhängig vom BDSM ist sie eine starke, liebevolle Partnerin, unterstützt ihn in allen Bereichen, wo sie kann und ist in der normalen Beziehung absolut gleichberechtigt.
Im BDSM/beim Sex wird es anders. Die Blicke, die sie austauschen machen es klar. Sie gibt sich ihm hin. Gibt ihm Macht und Kontrolle. Das braucht er und sie braucht es auch. Aber sie gibt ihm auch die Sicherheit, dass sie dies nur für ihn tut. Das Wissen, dass sie da ist, nur er sie glücklich machen kann und ihr das geben kann, was sie braucht – kein anderer.
Er genießt diese absolute Hingabe, denn er will seine sub glücklich sehen.
Also doch: „Happy sub Happy Dom.“

Dom und sub finden sich als Menschen, weil nur sie sich gegenseitig genau das geben können, was sie ersehnen und brauchen.

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