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Mein BDSM

Warum mich die Brat nervt

Ich beobachte es vor allem bei Neulingen und jungen (meist) Damen, dass es wohl gerade hip ist, sich als Brat zu bezeichnen. Ich nenne es eher „Attention Whore“ und es löst bei mir folgende Reaktion aus:
Tiefes Einatmen durch die Nase, die Augen werden größer, Pupillen wandern Richtung Decke, die Augenbrauen ziehen sich nach oben und gleichzeitig mit dem Ausatmen kommt ein Schließen der Augen mit einem Kopfschütteln einher. Dann öffne ich die Augen und schaue, ob dieses „Brat-Ding“ immernoch da ist.
Ich kann damit einfach nichts anfangen, da es in meinen Augen nichts, aber rein gar nichts, mit Submission und D/s zutun hat.

Dennoch möchte ich versuchen zunächst einmal zu erklären, was Brats sind. Sie sind nämlich darauf bedacht, als sub bezeichnet zu werden:
Brats halten sich zwar an Regeln, allerdings lieben sie es, Lücken zu suchen, diese auszunutzen, so ihren Dom „vorzuführen“ und herauszufordern. Frei nach dem Motto: „Wenn der Dom die Regel nicht perfekt formulieren kann, hat er die Submission der Brat nicht verdient.“
Brats hinterfragen Regeln, wollen wissen, wo der Sinn einer Regel ist; sie wollen bestimmen, wann und wieviel Kontrolle sie abgeben und fordern so ihren Dom tagtäglich heraus. Natürlich wollen Brats mit diesem Verhalten auch (zusätzliche) Aufmerksamkeit erregen, sowie sich die ein oder andere Bestrafung „abholen“ und damit indirekt Spielzeiten bestimmen.

ABER

Für mich hat das nichts mit sub-sein zutun.
Subs dienen aus tiefstem Herzen, weil sie es wollen. Sie verstehen ihren Meister ohne Worte und lesen ihm jeden Wunsch von den Augen ab. Ziel ist es dem Meister die Welt nicht schwerer, sondern leichter zu machen.
Am befriedigendsten für beide Seiten ist es, wenn nichts mehr befohlen werden muss, sondern die tiefe Verbundenheit des D/s jede Sekunde zu spüren ist und so zu wissen, wann man beispielsweise auf die Knie gehen sollte, ohne dass es irgendwelcher Worte bedarf.
Zudem bestimme ich nicht wie viel Kontrolle ich wann und zu welcher Tagesform abgebe, sondern gebe die Kontrolle zu 100% an ihn, damit ich zu 100% genießen kann.

Dieser „bratty Style“ klingt für mich nach ein Hobby, einem BDSM-Spiel, das heute Spaß macht und morgen schon out sein kann. Ein netter Zeitvertreib. Etwas, wo das Halsband einfach ausgezogen und in die Ecke gefeuert wird – der Meister sieht es ja nicht…
Etwas, was den Zauber von D/s einfach kaputtmacht und den Lebensstil herabwürdigt. Wohl von den Brats nicht bösartig gemeint, aber ich habe mit vielen D/s-lern gesprochen und alle empfinden ähnlich wie ich. Man fühlt sich als kleine D/s Minderheit im dieser großen BDSM-Hobby-Bubble, was wirklich nervend ist.

Noch zum Schluss ein Satz an alle Brats, die sich jetzt gemobbt fühlen.
Solange ihr grinsend um Strafe bettelt und ein lustiges zartes Popo-hauen erwartet, habt ihr noch keine echte Strafe erlebt. (Anmerkung: Ja, Euer Gesicht würde ich jetzt gerne sehen).

Habt es fein 😘

Noch ein Hinweis an alle, die mir Kinkshaming vorwerfen wollen.

Es ist meine Ansicht. (taucht mehrfach im Text auf). Ich habe lange versucht es zu verstehen, aber ich finde nur Dinge, die meinem Verständnis von D/s komplett widersprechen. 

Das es nichts mit BDSM zutun hat, habe ich nie gesagt. Sonst wäre es mir keinen Artikel wert gewesen. Es passt in meinen Augen nicht zu D/s. 

Mein Blog – ein Mensch – meine Gedanken – meine Gefühle. Ich mache meine Gedanken für andere lesbar. Zum Beispiel bin ich sub, könnte mich aber von einer Femdom nicht dominieren lassen. Passt in meinen Augen einfach nicht zu meiner Vorstellung von Dominanz – und jetzt kommst- obwohl ich selbst als Femdom Männer und Frauen dominiere könnte. Krass, oder? Eigentlich ein Widerspruch in sich selbst, aber meine Gedanken und mein BDSM. Erwartet man allgemeingültige Aussagen, so ist man beim Bloggen, Twittern etc falsch. 

Ich freue mich aber für Dich, wenn Du Dein Eckchen gefunden hast.

„Wir lieben die Menschen, die frisch heraus sagen, was sie denken – vorausgesetzt, sie denken dasselbe wie wir.“ (Mark Twain)

Und hier eine Antwort einer Brat. Viel Spaß beim Lesen:
https://madeformisbehaviour.wordpress.com/2020/05/25/die-nervige-brat-die-antwort-einer-brat/

Mein Kommentar dazu:

Sehr schön meine Liebe,
Ich werde dich, sobald es die Zeit mit den Kindern zulässt, sofort verlinken.
Eins noch: ich meinte eher die Damen, die sich so verhalten, wie ich es beschrieben habe und dann meinen, dieses Verhalten sei einfach Brat.
Diese Dinge, die du beschreibst erinnern mich eher an meine eigene Eigenschaft als Alpha.
Vielleicht meinen wir das gleiche aber definieren es anders.
Wenn du magst, lies gerne meinen entsprechenden Artikel über Alpha.
http://sub-space.de/2020/05/12/die-alphasub/

Ganz liebe Grüße und meine Meinung konntest du nicht ändern, da ich das Verhalten, das du beschrieben hast, mit meinem Artikel nicht meinte. Das ist für mich natürlich auch gelebtes D/s.


4 Antworten auf „Warum mich die Brat nervt“

Hallo! Als Brat würde ich gern einen Beitrag zu deinem Blogartikel schreiben, wenn das für dich in Ordnung ist. Ich bezeichne mich selbst auch als Brat, passe aber kaum in deine Beschreibung einer Brat. Vielleicht kann ich eine neue Sichtweise eröffnen, ohne dir deine zu nehmen, denn die respektiere ich natürlich!
Danke im Voraus! 🙂

Hallo Julia,
liebend gerne und ich werde ihn gerne veröffentlichen und ihn unter diesem verlinken.
Ich habe auf Twitter schon um Gegendarstellungen gebeten. Freut mich Danke.

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