Kategorien
Mein BDSM

Rapeplay

Ein beliebtes Spiel aber richtig gemacht eine Gratwanderung an den Grenzen des BDSM.
„Rape“ – wir sprechen also über das Nachstellen und Nachspielen von Vergewaltigungen.
Ein extremes Spiel mit Angst, Macht und Gewalt.

Vorweg. Ob eine wirkliche Vergewaltigung mal erlebt wurde oder nicht, kann sich, muss sich aber nicht auf das Verlangen nach Rapeplays auswirken.

Viele subs sehnen sich danach, viele Doms meiden es. Zudem scheiden sich an dieser Spielart die Geister und spaltet die „Gemeinde“ oft in zwei Lager. Warum eigentlich?

Fangen wir bei den subs an. Ein Rapegame bedeutet absolute Kontrollabgabe und ein Spiel mit der Angst, das extrem reizvoll ist und sehr genossen werden kann, wenn man diese absolute Aufgabe der Kontrolle wünscht. Problem an der Sache ist aber, hat man es noch nie erlebt, weiß man nicht, ob man diese Intensität wünscht oder ob es doch ein Stück zu viel ist.

Für den Dom ist es eine Gratwanderung. SSC scheidet meiner Ansicht hier komplett aus. Wir bewegen und in RACK. Ein Rapegame ist natürlich nur gut, wenn es echt rüberkommt. Echt kommt es nur rüber, wenn man sich nicht vorher abspricht nach dem Motto: „Passt Dir morgen 15:00 Uhr ein Rapegame?“
Also es kommt ungeplant, unerwartet absolut unvorbereitet.
Denn – ganz platt gesagt, wenn die sub noch weiß, dass es ein Spiel ist, ist es kein Rapegame.

Für den Dom bedeutet das, er muss seine sub genau kennen. Muss grundsätzlich wissen, was und wie er bestimmten Dinge tun kann. Er muss wissen, wie sie reagiert. Muss sie kennen, ihre Gefühle, ihre Reaktionen und ihren Körper.
Er muss wissen, wie weit er gehen kann, muss sie ständig beobachten, um sie nicht zu überfordern.
Jetzt werden einige sagen, dass er das immer muss. – Stimmt. Aber das Rapegame ist eine andere „Hausnummer“ – ähnlich wie Tunnelspiele oder beispielsweise Atemkontrolle bis zur Ohnmacht. Daher auch nichts für Anfänger oder meine lieben „Hobby- und Freizeit-BDSMler“

Für die sub bedeutet es zudem, dass sie geistig gefestigt sein muss. Sie muss sich sicher sein, dass solch ein Spiel sie aller Wahrscheinlichkeit nach nicht triggern wird.
Sie muss ihren Dom kennen und absolutes Vertrauen zu ihm haben.
Sie sollte nicht neu sein, bereits diverse Dinge ausgetestet haben, ihren Körper und ihre Wünsche kennen und akzeptieren sowie sich zum einen sicher sein, dass sie sub ist und zum anderen, dass sie diese Art Spiel will.

Habt Spaß und genießt es.

Übrigens:
Eine Erläuterung zu SSC, CNC und RACK findest ihr im entdprechenden Artikel in der Kategorie Lexikon

1 Antwort auf „Rapeplay“

Rapeplay gibt es ja in allen möglichen Versionen und Varianten. Ich habe die Erlaubnis ein Erlebnis aus meinem Kreis zu erzählen. Es sollte so authentisch wie irgend möglich ablaufen und das „Opfer“ hatte diesen Wunsch einmal vor langer Zeit geäußert. Ihr Herr hat das im Hinterkopf behalten und trat an uns heran, mit der Bitte diesen umzusetzen. Bevor ich die Hintergründe erläutere, hier der Ablauf in groben Zügen.
Sie wurde von uns entführt und 2 Nächte und 2 Tage festgehalten. In dieser Zeit wurden ihr mehrere Geheimnisse entlockt und sie wurde mehrfach misshandelt und entsprechend benutzt. Auch fanden mehrfach Folterungen und später auch Vorführungen statt. In den Nächten wurde sie logischerweise eingesperrt, bei schlechtem Essen und einer alten, kaputten Matratze.
Am Ende war sie zwar angeschlagen und ausgemergelt, aber glücklich und zufrieden.
Das mag jetzt seltsam klingen, aber ich komme jetzt zur Erklärung.
Uns ging es u.a. um ihre Angst und Hilflosigkeit, Ausgeliefert sein. Das Ziel war es, diese Angst solange wie möglich aufrecht zu halten. Sie kannte uns im Vorfeld ein wenig, so haben nur Personen mitgespielt, die sie nicht kannte. Aber am Ende des ersten Tages, hatte sie unser Spiel durchschaut. Wir hatten damit gerechnet und entsprechend Aktionen zu Anfang gelegt (eine Erpressung, Folter und ein Verhör), denn sobald das „Opfer“ die Dinge sieht wie sie sind, wird es eher ein „Schauspiel“.
Im Vorfeld hatten wir lange Gespräche mit ihrem Herrn und zu unserem Glück, ist ihre Schwester Teil unseres Kreises. So konnten wir ein paar Geheimnisse erfahren und sicherstellen das es keine gefährliche Vergangenheit gibt. Außerdem mußte klar sein, das alle „Schauspieler“ einverstanden waren. Hätte einer dieser Punkte uns nicht überzeugt, hätten wir es nicht durchgeführt. Denn alle mußten sich auch bewusst sein, das wir uns in einer juristischen Grauzone bewegen. Das Organisatorische lasse ich jetzt einmal außen vor (Mietauto, Lokation buchen,…). In den 2 Nächten wurde sie von uns im 2 Schicht-Betrieb überwacht und ihre Schwester und ihr Herr waren ebenfalls (unsichtbar für sie) die ganze Zeit anwesend. Es gab auch einen Tagesablauf, den wir uns im Vorfeld überlegt hatten, den sie „abarbeiten“ musste.
Letzten Endes war es eine Erfahrung für uns alle. Wir waren zu fünft in diesem Fall. Aber ohne akribische Vorbereitung und maßloses Vertrauen zwischen allen Beteiligten, ist so etwas in meinen Augen nicht möglich bzw. gefährlich und im schlimmsten Fall strafbar. Von pyhsischen oder psychischen Schäden mal ganz abgesehen.

Es gab auch später dann noch andere, kleinere Rapeplays, weil Geschmack daran gefunden haben und inzwischen auch die Erfahrung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.