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Schmerz – oder besser gesagt Lust

Denn Schmerz ist bei uns – egal ob ausführend oder empfangend – pure Lust.

Ich könnte wissenschaftlich erklären, warum wir Schmerz als Lust empfinden, aber das wäre reine Theorie. Ich werde es also in meinen Worten beschreiben.
(Wer dennoch auf die Wissenschaft scharf ist… Am Ende habe ich eine kurze Erklärung angefügt.)

Du darfst alles mit mir machen, weil ich Dir vertraue. Du würdest dieses Vertrauen niemals missbrauchen. Deine Schläge sind immer perfekt ausgeführt und mit Bedacht gewählt. Du triffst niemals zweimal dieselbe Stelle hintereinander. Du bereitest mich vor, indem Du langsam startest und meine Haut aufwärmst. Du weißt genau, wo du hinschlagen kannst, sodass es keine Verletzungen zur Folge hat.

Was bei mir ankommt, ist pure Lust.
Es ist das Erleben, das Spüren
den Körper komplett hinzugeben und sich selbst zu fühlen. Intensiv zu fühlen.
Den Kopf komplett ausschalten können.

Jeder Schlag, fehlt nach mehr.
Fester, Nochmal, Weiter.
Ich halte die Luft an, Veratme den Schmerz, warte gierig auf die Steigerung, die mir noch mehr Erfüllung bringt, die mich weiter zum Höhepunkt peitscht. Zum Höhepunkt im Kopf.

Jeder Biss treibt das Verlangen weiter.
Weiter und Weiter zur Erfüllung. Warten und Ersehnen Deiner Zeichnung. Deine Lust spüren, wie Du Dich nicht mehr zurückhalten kannst, aber dennoch voll kontrolliert bist, während ich alle Kontrolle abgeben kann und nurnoch ich selbst sein darf.

Ein Halsband mit Leine, das Dir die Kontrolle gibt mich zu lenken. Ich weiß nicht, was Du tust und genau das ist es auch. Die Ungewissheit, was passieren wird. Ich weiß, dass Du mich fordern wirst, ich weiß nur nicht wie – aber ich will es erfahren und erleben.

Klemmen an meinen Brüsten, einen Plug, Liebeskugeln. Du entscheidest und ich folge. Immer. Wenn Du zum Beispiel die Klemmen nimmst, sie mir anlegst, will ich mich an den Schmerz gewöhnen, mit dem Schmerz eins sein, ihn fühlen und genießen. Es für Dich zu tun und zu einem angenehmen Gefühl werden zu lassen, das ich nicht missen will.

Durch diesen Schmerz in Sessions kann ich abschalten,
sexuelle Erfüllung finden,
mich selbst fühlen,
Gedanken ausschalten und vergesse jeden „weltlichen“ Schmerz.
Eine Art tiefe Meditation, die mich die Zeit und alles um mich herum vergessen lässt.

Danach trage ich die entstandenen Flecken als Deine Zeichnung. Dass ich Dir gehöre, dass Du mich fliegen lässt. Du hilfst mir, mich zu erleben. Die Spuren erinnern mich an unsere Session.
Ich trage sie mit Stolz, möchte sie zeigen.
Die Zeichnung zeigt mir, wie hoch ich geflogen bin, wir perfekt es war und zeigt unsere tiefe Verbundenheit in einer Lust, einem Verlangen, einer Sehnsucht, die ein Vanilla niemals empfinden wird oder auch nur annähernd verstehen kann.

Erst wenn man für sich akteptiert, dass man ist, wer man ist, ist es möglich sich zu erfahren, auszuleben und somit glücklich zu sein.

Angekommen!

… und nun eine kurze Erklärung.
Das, was wir begehren heißt Algolagnie.
Beim Schmerz – wie auch bei Berührung von erogenen Zonen – werden ähnliche sensible Nervenreize ausgelöst, die bei manchen Menschen nicht nur die gleichen Rezeptoren ansprechen, sondern sogar stärker wirken, als rein „erogene“ Reize.
Dabei werden unter anderem Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin, Phenethylamin und natürlich Endorphine, als körpereignes Schnerzmittel, ausgeschüttet, die das Lustempfinden in Zusammengang mit den anderen Botenstoffen soweit steigern, dass der Schmerz nicht mehr als Schmerz empfunden wird.

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