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Mein BDSM

Das VanillaSub

Zuerst möchte ich sagen, dass dies meine Meinung ist. Es muss daher nicht Deine Meinung sein. Zum anderen habe ich den neutralen Artikel gewählt, da dieses Phänomen Männer und Frauen betrifft. In unterschiedlichsten Variationen.

Nun zu den Menschen, die sich durch meinen Artikel eventuell angegriffen fühlen: Das, was Ihr tut ist nicht verwerflich und nicht schlecht. Ihr könnt Euer Leben leben wie Ihr wollt. Aber lasst uns auch unser Leben leben, wie wir es wollen und erklärt uns nicht Eure Welt. Wir leben (wie Ihr in Eurer) in unserer. Wir wollen Euch schließlich auch nicht bekehren.

Da ist er wieder…

Der Mann, meist mittleren Alters, der Dir auf einmal die BDSM-Welt erklären will. Natürlich, weil er mehr Lebenserfahrung hat und älter ist. – Klar, ich gehe auch zu einem Arzt, der jünger ist als ich und erkläre ihm, was er zu tun hat, weil ich ja älter bin. Aber lassen wir das…

Oder die Frau, meist gerade dem Heranwachsendenstatus entsprungen oder ebenfalls im zweiten Frühling lebend, um endlich vom Millionär in die Chefetage gerufen zu werden.

Sie kommen immer wieder. Meist ungefragt. Sie retweeten, reposten und kommentieren Dinge, bei denen man als Sub (und Dom) eigentlich nur den Kopf schütteln kann.

Wie sie sich wohl dabei fühlen: toll, überlegen, ganz in Lebenserfahrung aufgegangen und haben den Plan natürlich im Sack…

Nein, nicht den Plan für ihr eigenes Leben. Das läuft meistens irgendwie blöd, aber daran ist ja die (böse) Umwelt schuld. Sie haben den Plan für Dein Leben. Gibt es etwas Nervenderes? Nein! Ich nenne sie daher Vanillasub (Anmerkung der Redaktion: „Attention Whore“ finde ich zu hart). Zu viel von BDSM gehört, um als reiner Vanilla bezeichnet zu werden, aber wiederum zu wenig, um Submissive oder gar Dominant genannt werden zu können.

Nun, irgendwie will der Vanillasub im BDSM-Bereich „tätig“ sein, möchte sich aber nicht zu irgendeiner Gruppe unbedingt dazuzählen, weil alles ist ja nur (Zitat von 3 Vanillasubs) „Lust, Liebe und Sex“ ist. Ganz praktisch ist zudem: Wenn man sich zu nichts dazuzählt, hat man auch nicht das Problem, dass man irgendwelche Sachen nicht weiß oder grundsätzlich keine Ahnung hat. Man kann auch nichts falsch machen, weil man gehört ja zu nichts. Übrigens höchst gefährlich für Subs, wenn sich so ein „Held“ oder „Heldeline“ als dominant ausgibt. Man kann also bequem mit dem Strom schwimmen. Egal, was gerade „in“ ist, man ist trotzdem immer „up to date“. Und dann soll man sich als Sub oder Dom nicht aufregen, wenn BDSM mal wieder „en vouge“ ist und diese Herren und Damen im zweiten Frühling das Pony reiten wollen?

Man erkennt sie auch oft daran, dass sie -wie Pipi Langstrumpf- sich die Welt machen, wie sie ihnen gefällt. Statt von Limits zu reden, erklären sie genau, was sie gerade wollen. „Fessel mich hier und da, mit dem grünen Seil bitte, jetzt mit dem roten usw.“

Oder sie benehmen sich daneben um ein Punishment zu kassieren. (Anmerkung der Redaktion: Wenn die nur annähernd wüssten, was ein Punishment ist…)

Das Schlimme: Ein Punishment wollen sie nicht erleben. Sie wollen etwas rein zu ihrem Vergnügen erleben, was sie sich vorher genau ausgesucht haben. Kontrolle abgeben ist natürlich auch nicht. Der Dom soll bitte und unbedingt nach der Pfeife der Sub tanzen und happy sein.

Aber das eigentliche im BDSM:

Die Kontrollabgabe, das Pushen an Grenzen, das grenzenlose Vertrauen wollen und werden sie nie erleben, ganz einfach, weil sie es nicht sind.

„Mine“ und „Yours“ sind für sie bloße Wörter beim Sexspiel und nicht Ausdruck ihrer tieften Empfindungen und Seele.

Eigentlich sind sie reine Vanillas, die sich gerne im Bett fesseln lassen oder andere fesseln und haben irgendwann im Leben (wir erinnern uns Lebenserfahrung) mal gehört, dass das irgendwie mit BDSM zutun hat.

Liebe Vanillasubs: Ihr steht (manchmal) auf harten Sex. OK. Aber diskutiert mit uns bitte nicht über Dinge, die wir euch niemals erklären können, weil Ihr sie nicht fühlen könnt.

2 Antworten auf „Das VanillaSub“

Dies trifft einfach immer zu, nicht nur bei BDSM – sich ungefragt in andere Leben einmischen, weil „man es besser weiß“, ist einfach nicht. Und das BDSM viel viel mehr als 50 Shades ist, kann man erleben, wenn man denn es will. Dazu muss man aber die eigenen Scheuklappen ablegen, eine andere Meinung zulassen und offen für Neues sein 🤷‍♂️

Warum muss es immer ein richtig oder falsch geben, warum können die Menschen nicht akzeptieren, dass andere Menschen anders empfinden und es deshalb kein „richtig“ oder „falsch“ in Bezug auf Verhalten, Lust, Praktiken etc. gibt, solange es SSC ist und beiden Freude bereitet?

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