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BDSM Lexikon

Safeword, Steuerungswörter und Slowword

Vor jeder Session müssen ein Safeword und eventuell Steuerungswörter bzw. Slowwords vereinbart werden.

Safewords beenden die Session komplett. Grundsätzlich ist es so, dass man sich mit der Zeit soweit einspielt, dass der Dom weiß, wie weit er gehen kann bzw. weiß, wann er Pausen machen muss, sodass ein Safeword nicht benutzt wird.

Jedoch müssen Grenzen -gerade zu Beginn- erst ausgelotet werden und zusätzlich können immer unerwartete Dinge passieren, die es notwendig machen, ein Safeword zu nutzen. Beispielsweise triggert Euch etwas, Euch wird plötzlich schlecht, der Kreislauf macht schlapp oder ähnliches.

Safewords zu nutzen ist NIE ein Zeichen von Schwäche. Selbst eine Situation, die Ihr bereits öfters hattet, könnte irgendwann einmal etwas in Euch auslösen, dass Ihr das Safeword nutzen wollt. Auch das ist ok!

Merkt Euch bitte folgendes:

  1. Ihr könnt Euer Safeword IMMER und zu jedem Zeitpunkt nutzen. Nur Ihr entscheidet über den Gebrauch.
  2. Das Safeword beendet die komplette Session unmittelbar und man geht direkt zur Aftercare über.
  3. Niemals werden negative Konsequenzen (weder jetzt noch in Zukunft) auf den Gebrauch es Safewords folgen. 

Slowwords und Steuerungswörter können und sollen genutzt werden, um die Session etwas zu „verlangsamen“ oder einzelne Aktionen in der Session abzubrechen. 

Gerade wenn man etwas Neues testet und dann feststellt, dass es doch nicht so das Richtige ist, möchte man oft diese einzelne Aktion abbrechen, aber nicht gleich die ganze Session beenden.

Ihr testet zum Beispiel das erste Mal Canes und Du merkst: „Scheiße, das tut einfach nur weh.“ Dann  hättest Du gerne, dass Dein Dom wieder den geliebten Flogger in die Hand nimmt und den Cane weggelegt. Du könntest also „rot“ als Steuerungswort nutzen.

Findest du das Caning toll, jedoch ist Dein Dom irgendwie etwas weiter als Du es willst, kannst Du „orange“ oder „gelb“ als Steuerung nutzen, um zu signalisieren, dass es nun doch etwas zu heftig wird oder Du nutzt das ausgemachte Slowword, damit das Ganze etwas langsamer abläuft.

Safewords, Steuerungswörter und Slowwords müssen für Dom und Sub komplett klar sein. 

Klar bedeutet:

  1. Dom und Sub müssen das selbe Wort / die selben Wörter im Kopf haben – klingt logisch, ist es aber nicht immer.
  2. „Aua“, „Nein“, „Stop“, „Hör auf“ eignen sich nicht unbedingt als Safeword. Viele nutzen zwar „Stop“, aber ich meine, dies kann eher zu Verwirrungen führen. 
  3. Safewords sollten mit der Situation nichts zutun haben. Also total „artfremd“ sein. Obst- und Gemüsesorten sowie Instrumente eignen sich ganz gut. Slowwords müssen -meiner Ansicht nach- nicht so artfremd sein. Die typischen Ampelfarben „grün“, „orange“ (oder „gelb“) und „rot“ eignen sich perfekt.
  4. Die Wörter sollten nicht so kompliziert und nicht unbedingt vielsilbig sein. So eignen sich z. B. „Xylophon“, „Polymerase“, „Weihnachtsmannschokoladeneinpackpapier“ und „Zitronensäurezyklus“ eher weniger als Safeword.
  5. Gerne und quasi international verwendbar sind „red“ und „mayday“ als Safewörter.
  6. Es muss immer und in jeder Spielsituation möglich sein, ein Safeword zu sagen. Seid Ihr also geknebelt und könnt nicht sprechen, ist es wichtig, dass Ihr dann auch wisst, wie Ihr das Safeword nutzen könnt. Zum Beispiel bekommt Ihr ein Glöckchen in die Hand, das Ihr fallen lassen könnt oder ähnliches. Wichtig: Falls Ihr nicht wisst, wie Ihr in einer Situation, die Ihr auf Euch zukommen seht, Euer Safeword nutzen sollt, dann stoppt -zur Not mit dem Safeword- vorher, um das Ganze zu klären. 

Nochmal: Gute Doms sehen zwar schnell, wie weit sie gehen können, aber auch sie verlassen sich darauf, dass Ihr Eurer Safeword nutzt, wenn es nötig ist. Und auch Doms können die Session nur genießen, wenn Ihr genießt, Euch fallen lasst und die Kontrolle abgebt.

Euer Wohl steht für jeden Dom an erster Stelle!

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