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In love with Ropes

„Ich will Deine Brüste eingeschnürt sehen! Sie sind perfekt, um verpackt zu werden!“

Diese Worte – sie hatten sich in meinem Kopf eingebrannt.

„Sie sollen nicht blau werden, aber sie sollen fest geschnürt sein!“

Ich habe schon öfters diverse Bondage gesehen, bei denen die Brüste abgeschnürt wurden und ich fand es bisher immer sehr sehr hässlich und vor allem unästhetisch. Und das bei mir, wo ich doch sowieso zu speckig bin. Vor allem dachte ich mir, bei großen Brüsten wird es noch schlimmer aussehen als das, was ich bisher gesehen habe.

Dennoch, Sub-sein bedeutet auch Mut. Den Mut, um an Grenzen zu gehen, diese zu erweitern und auszuprobieren, ob es wirklich eine Grenze ist, deren Überschreiten einen in den Abgrund fallen lässt oder es doch nur eine Grenze ist, deren Überschreiten den Horizont erweitert und die Sub wachsen lässt.

„Alles ist so lange unmöglich, bis man es macht! Hast Du es getan, bist du stärker als vorher!“

Ist es daher nicht so, dass man nur an Aufgaben wachsen kann, die einem vielleicht nicht unbedingt gefallen? Wie soll man an etwas wachsen, was einem gefällt, was man kennt, was man „schon immer so“ gemacht hat?

Sind es nicht die verborgen Sehnsüchte, die nur darauf warten geweckt zu werden? Geweckt von einer Person, der man sein Leben anvertrauen würde? Nur so kann man doch etwas Neues finden, seinen Horizont erweitern und Sachen entdecken, die man früher nie für möglich gehalten hätte bzw. an die man sich nie rangetraut hat.

Zurück zum Thema:

Denn genauso wenig, wie ich aussehe wie ein Modell – sehe ich aus, wie die Frauen bei denen ich diese Art von Bondage schon gesehen habe.

Allein die Seile zu kaufen, war komplett neu. Bondage hatte ich kategorisch abgelehnt, weil ich mir dachte, dass man einen speckigen Körper nicht noch in Seile legen muss. 

Dennoch. Die Seile waren da und der Gedanke in meinen Kopf gepflanzt. Also vor den Spiegel und los geht es.

Dachte ich. Vorher habe ich mir natürlich eine Anleitung rausgesucht und wollte diese in meiner Monkeigenschaft Schritt für Schritt abgehen.

Ich nahm also das Seil, verschlang es hinter dem Rücken und zog es nach vorne. Das Gefühl des Seils auf meiner Haut, die Möglichkeit fester zu ziehen. Fest und dennoch sanft lag das Seil um meinen Oberkörper. In diesem Moment vergaß ich die Anleitung und ließ das Seil den Weg bestimmen. Das Seil und meine Gedanken würden mich leiten. Dann fing ich an zu schnüren. Immer abwechselnd über die Brüste links und rechts und immer abwechselnd unten und oben. Es wurde immer enger, immer mehr Seil um meinen Körper, aber dennoch immer angenehmer. Als würde das Seil genau so und nicht anders um meine Brüste liegen wollen. Es gefiel mir immer besser, was ich da tat. Ich fühlte mich immer weiblicher und immer stolzer auf mich selbst, Grenzen zu überschreiten. Als sich das Seil dem Ende neigte, verschlang ich es zwischen den Brüsten und zog es wie ein Halsband um meinen Hals nach hinten, um es dann wieder am Ausgangsknoten festzumachen. 

Ich betrachtete mich im Spiegel und dachte mir: „Das Seil gehört da hin und nur dort hin!“ Gewachsen bin ich um 5 cm. Stolzer, selbstbewusster, schöner und in dem Wissen etwas geschafft, woran andere scheitern. – Nämlich über den eigenen Schatten zu springen.

Beziehungsweise nicht nur die Schatten anderer sehen, sondern aufzustehen und selbst ins Licht treten.

Ich stellte das Stativ auf, stellte die Kamera mit dem Selbstauslöser ein und machte ein paar Bilder. Bilder, auf die ich nun – gut eine Woche später – immernoch unendlich stolz bin. 

Es gefiel mir so gut, dass ich das Bondage eine ganze Weile noch spüren wollte.

Nach ungefähr 2 Stunden löste ich die Seile wieder und fühlte, wie das Blut zurückfloss, was ein unbeschreiblich geiles und aufregendes Gefühl war, da ich meinen Körper intensiver spürte und den Fluss meines Blutes -so etwas normales- bewusst wahrnehmen konnte. 

Damit aber nicht genug: Die Spuren der Aktion auf meiner Haut. Diese Spuren erfüllten mich nochmals mit Stolz. Nämlich so stark gewesen zu sein, diese Spuren selbst zu verursachen, zu halten und danach mit zu tragen, bis sie irgendwann verblasst waren.

In love with Ropes

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